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Magdalena Lobnig

Magdalena Lobnig

Vorzeige-Athletin des Österreichichen Ruder-Verbands und Olympia-Bronzemedaillen-Gewinnerin.

Steckbrief

Name: Magdalena LOBNIG

Geburtsdatum/-ort: 19.07.1990, St. Veit an der Glan

Disziplin: Rudern

Beruf: Heeressportlerin (Rang: Zugsführer) beim Heeressportleistungszentrum 07 – Faakersee; Studentin für Kunststofftechnik an der Johannes Kepler Universität Linz

Motto: carpe diem / Das Reh springt hoch, das Reh springt weit. Warum auch nicht, es hat ja Zeit.

Lieblingsprodukt von Ströck: Magdalena überlegt sich noch eines, die Auswahl ist groß

Erfolge

  • 19.9-25.9.22 Weltmeisterschaften in CZE im Frauen Doppelzweier W2x olympisch 4.Platz (1,8sec hinter Bronze (beste Platzierung eines W2x in der Geschichte des ÖRV und neue ÖRV Bestzeit)
  • 30.9-2.10.22 Österr. Staatsmeisterschaften Gold im W1x, W2x, W2-, W4x
  • Bronzemedaille Olympia 2020 Tokio
  • Kärntner Sportlerin des Jahres 2021
  • Silber im Ruder-Weltcup in Linz-Ottensheim 2018
  • 13 A-Final-Teilnahmen im Weltcup, davon 1 x Gold und 4 x Bronze im Einer
  • Sechster Platz bei der Olympia 2016 in Rio
  • WM-Neunte 2015 (=Olympiaquotenplatz für Rio 2016) im Einer
  • WM-Fünfte 2014 im Einer
  • Europameisterin 2016 im Einer
  • Vize-Europameisterin 2013 im Einer
  • U23-Weltmeisterin im Doppelzweier 2012
  • 17 Staatsmeistertitel (davon 1 Indoor-Titel)
 

AKTUELLES/ PRESSE:

30.01.2023 Rekord und Titel waren nur Nebensache | Magdalena Lobnig verbessert Bestzeit bei Indoor-Meisterschaften

Das erste nationale Kräftemessen der Ruder-Saison 2023 stand ganz im Zeichen des verstorbenen Christoph Seifriedsberger. Magdalena Lobnig konnte bei den Indoor-Meisterschaften trotz der schwierigen Umstände sportliche überzeugen, freute sich aber noch viel mehr über ein kleines Stück Normalität auf der Schmelz.

Nach zwei interaktiven Ausgaben am Ergometer wurden die Österreichischen Indoor-Meister:innen am Sonntag wieder im direkten Duell ermittelt. Magdalena Lobnig sicherte sich in der offenen Gewichtsklasse zum wiederholten Mal den Titel, absolvierte die 2.000 Meter in 6:40,5 Minuten – und stellte damit einen neuen österreichischen Rekord auf. Die alte Bestmarke verbesserte die Olympia-Bronzemedaillengewinnerin von Tokio 2020 um 0,3 Sekunden.

Die 31-Jährige überraschte damit sich selbst und auch ihre Trainer. „Ich bin froh, dass ich meine Leistung abrufen und aus dem Training heraus sogar Rekord fahren konnte. Die letzten Wochen waren sehr schwierig, für mich, für uns alle. Ich hätte angesichts der Umstände nicht gedacht, dass ich überhaupt in die Nähe meiner Bestzeit komme.“ Platz zwei ging an Schwester Katharina (6:59,3 Min.), Rang drei sicherte sich Laura Swoboda (7:12,2 Min.).

Mindestens genauso wichtig wie die sportlichen Leistungen war nach dem tödlichen Rad-Unfall von Christoph Seifriedsberger im Trainingslager in Sabaudia Anfang Jänner das sportliche Get-together der österreichischen Ruder-Community auf der Schmelz. „Es war und ist nicht leicht zur Normalität überzugehen, aber wir haben uns ausgetauscht, viel geredet und das Schönste war, dass wir alle miteinander auch wieder ein bisschen lachen konnten“, so Lobnig, die der Trauer um den Teamkollegen in Italien und daheim in Kärnten ihren Raum gegeben hat.

„Du kannst es eh nicht unterdrücken, es ist nach wie vor nicht leicht, wenn du merkst: Es fehlt einer von uns. Aber es geht weiter, es muss weitergehen, das hätte er auch so gewollt“, versucht Lobnig ihre Trauer in Energie umzuwandeln. „Wenn es mir schwer fällt im Training, dann ziehe ich für ihn mit. Sein großes Ziel waren die Olympischen Spiele 2024 in Paris – diesen Weg gehen wir alle für Christoph!“

Und dieser Weg, also die „Road to Paris“ führt die Heeressportlerin nächste Woche nach Hochfilzen. Dort heißt es für 14 Tage: Langlaufen statt lang rudern. „Das Trainingslager haben wir schon im Herbst geplant, um einen neuen Reiz zu setzen. Ich freue mich darauf, in der Natur den Kopf frei zu kriegen. Abwechslung ist im Rudersport immer wichtig, jetzt umso mehr!“

 

23.12.2022 Ergo-Rekord: Erst Punch, dann Punsch

Magdalena Lobnig knackt bei ÖRV-Test die 6:40-Minuten-Marke

Geschafft! Magdalena Lobnig machte sich vor Weihnachten selbst das schönste Geschenk. Die Kärntnerin stellte beim Wettkampftest in Wien eine neue Bestmarke auf – und knackte am Hightech-Ergometer auf der Schmelz erstmals die 6:40 Minuten. „Das gibt viel Motivation für die nächsten Wochen“, strahlte die Olympia-Bronzene von Tokio 2020.

Laktat-Party statt Weihnachtsfeier, lautete das Motto des Österreichischen Ruderverbandes für die Athlet:innen des Nationalteams. Die kamen am Institut für Sportwissenschaft auf der Schmelz noch einmal zusammen, um den obligatorischen Wettkampftest zu absolvieren. Für Magdalena Lobnig mehr als nur eine Standortbestimmung, wollte die Völkermarkterin doch ihre Bestzeit von 6:40 Minuten endlich unterbieten.

„Ich habe schon ein paar Anläufe genommen, hoffentlich steht diesmal der Dreier vorne“, so das ÖRV-Aushängeschild im Vorfeld. Zu rudern waren 2.000 m, also jene Strecke die es auch im Weltcup, bei Welt- und Europameisterschaften oder Olympischen Spielen zu absolvieren gilt. All in, all out. Der RP3 Dynamic-Ergometer war für die 31-Jährige komplettes Neuland. „Ich habe schon einiges über den RP3 gehört, vor allem, dass die Bewegungsabläufe jenen im Boot sehr ähnlich sein sollen und er dadurch etwas schneller ist.“

Den Test absolvierte Magdalena Seite an Seite mit Schwester Katharina („Da gibt man nur ungern nach!“) und unter strenger Beobachtung von Nationaltrainer Robert Sens, Heimtrainer Kurt Traer, mehreren Sportwissenschaftler:innen und Institutsleiter Jürgen Scharhag. „Ich habe mich richtig gut gefühlt, bin auch vom Start weg mit dem RP3 super zurechtgekommen und habe schnell meinen Rhythmus gefunden.“

Der flotte Start schlug sich auch in den ersten Zwischenzeiten nieder und kleine Unsicherheiten, ob das Starttempo nicht vielleicht zu hoch war, machten die Trainer mit lautstarker Unterstützung wett. „Kurz hatte ich Sorge, dass der Ofen aus ist, weil ich es doch recht flott angegangen bin, aber ich habe es runtergebogen.“ Und nicht nur das: Lobnig pulverisierte ihre bisherige Bestzeit um fast 5 Sekunden: 6:35,56 Minuten!

„Endlich! Es war spannend, aber jetzt bin ich erleichtert, dass es so gut geklappt hat. Das gibt mir Ruhe für die Feiertage und viel Motivation für den ersten Trainingsblock – und dann möchte ich die Zeit bei den Indoor-Staatsmeisterschaften bestätigen und mich auch in den Rekordbüchern mit einer 6:30er-Zeit verewigen.“ Denn für einen offiziellen ÖRV-Rekord muss die Zeit auf einem Verbands-Ergometer gerudert werden. „Jetzt habe ich beide Rekorde, den offiziellen und den inoffiziellen … damit kann ich gut leben.“

Die After-Show-Party der Rekordlerin wurde doch noch weihnachtlich. Gemeinsam mit einigen Ruder-Kolleg:innen ging es zum Weihnachtsmarkt vor dem Schloß Schönbrunn. Am 27. Dezember geht es dann mit Schwester Katharina und dem ÖRV-Nationalteam ins erste Trainingslager nach Sabbaudia (ITA), danach wartet ein weiteres Modul ihres Trainer:innenkurses und dann stehen die Indoor-Meisterschaften in Wien auf dem Programm.

 

22.12.2022 Olympia-Fahrplan: Doppelt hält besser!

Magdalena Lobnig packt Koffer statt Geschenke

Der Vorweihnachtsstress von Magdalena Lobnig ist rein sportlicher Natur. Nach ihrem Besuch bei der Kärntner Sportlergala steht für die erfolgreiche Ruderin vor einer kurzen Auszeit noch ein wichtiger Wettkampftest auf dem Programm. Und wenn die 31-Jährige ans Packen denkt, dann hat das weniger mit Geschenken, sondern vielmehr mit dem ersten Trainingslager für die Saison 2023 zu tun. Das wird sie gemeinsam mit Schwester Katharina bestreiten – und doch getrennt.

„Die Winter in Kärnten können richtig lange werden“, erzählt Magdalena Lobnig. Auch deshalb, weil sie den heurigen so früh begonnen hat wie noch nie. Im Oktober und November ging die Heeressportlerin nur zwei Mal aufs Wasser, stattdessen wurden auf dem Ergometer erfolgreich Kilometer gesammelt. Einmal im Monat hat Lobnig Gym und Ruderzentrum gegen Lehr- und Turnsaal getauscht.

„Ich habe mit dem Trainerkurs begonnen, das ist eine neue Komponente, die für mich als Athletin sehr interessant ist, weil ich auf viele Themen einen anderen Blick bekomme.“ Und mehr Verständnis für ihre Trainer und deren Tun. „Ich stelle jetzt natürlich mehr Fragen, was dem Kurti (Traer; Anm.) nicht so taugt … ich weiß ihm schon zu viel“, lacht die 31-Jährige, die mit Eiskunstläufer Severin Kiefer einen weiteren Olympia-Teilnehmer im Trainerkurs hat.

Wertvolles Wissen wird auch der vorweihnachtliche Wettkampftest in Wien bringen. „Das ist eine gute Standortbestimmung, wie der Herbst gelaufen ist. Im Training haben die Werte gepasst, aber ich lasse mich überraschen, was wirklich möglich ist“, hofft Lobnig, dass sie ihre Bestzeit von 6:40 Minuten auf dem dynamischen RP3-Ergometer knacken kann.

Gemeinsam und getrennt

Zurück in Kärnten geht’s ans Packen, denn schon am 27. Dezember geht es ins Trainingslager nach Sabbaudia. „Ich freue mich aufs Wasser und auf die Zeit mit dem Nationalteam“, wird Lobnig in Italien drei Wochen Kraft und Sonne tanken.

„Sabbaudia ist wie Heimkommen für mich, ich fahre seit meiner Juniorinnenzeit eigentlich jedes Jahr hin, kenne mittlerweile jede Welle, jeden Türgriff, einfach alles. Aber es ist immer wieder lässig, deshalb checkt auch jeder mit einem Lächeln ein.“

Das nicht lange Bestand haben wird, denn spätestens mit den ersten Bootseinheiten ist Schluss mit lustig. „Der Wechsel vom Ergometer ins Boot ist richtig hart, das braucht ein paar Tage zur Umgewöhnung.“ Das Zimmer teilt sich Lobnig mit Schwester Katharina von Anfang bis Ende, nicht aber das Boot. „Ich bin schon sehr gespannt, wie der Zweier laufen wird, wie wir nach der Pause harmonieren. Aber wir werden auch sehr viel Einer fahren, um die individuelle Leistung zu steigern. Weil zu viel im Mannschaftsboot macht dich nicht schneller, dafür gibt es viele Beispiele.“

Mit zwei Booten nach Paris?

Bleibt die Frage nach der Zukunft, auch und vor allem im Hinblick auf die Olympischen Spiele 2024? Für Lobnig gibt es nicht entweder oder, sondern und: „Im Bestfall qualifizieren wir beide Boote für Paris!“

Den ersten Weltcup werden die Lobnig-Sisters – Stand heute – im Einer bestreiten, um zu sehen, wo sie stehen. Bei der Europameisterschaft wollen die beiden im Doppel-Zweier an den Start gehen. „Dann entscheiden wir, was wir in Richtung Weltmeisterschaft stellen, um die bestmöglichen Chancen in der Olympia-Qualifikation zu haben.“ Das zweite Olympia-Ticket könnte dann über die Restquoten-Regatta im Frühjahr 2024 gelöst werden.

Lobnig schließt auch den Start in zwei Bootsklassen bei den Olympischen Spielen nicht gänzlich aus. „Theoretisch ist es möglich, es wäre auch eine coole Challenge. Mal schauen, was die Zukunft bringt.“ Kimberley Brennan, vormals Crow, hat es 2012 in London erfolgreich vorgemacht: die Australierin gewann Silber im Doppel-Zweier und Bronze im Einer.