Griffig & Glatt

Kohletransporter

Auch wer keinen Garten hat, will hin und wieder den Geschmack der Glut genießen. Ein tragbarer Grill macht noch aus dem kleinsten Balkon ein Barbecue-Paradies.
Text Tobias Müller & Foto Lukas Lorenz

Die Beherrschung des Feuers ist einer der wesentlichen Dinge, die den Menschen vom Tier unterscheidet. Einige Wissenschaftler meinen gar, dass wir unsere Intelligenz der Kunst des Feuermachens (und nachträglich erfolgreichen Löschens) verdanken: Weil wir unser Essen über Feuer zu kochen lernten, wurde es besser verdaulich (Brot statt Mehl ist dafür ein exzellentes Beispiel). Damit hatten wir mehr Energie, um unsere Hirne wachsen zu lassen.

Fast zwei Millionen Jahre haben wir über Feuer gekocht, gerade einmal ein paar Jahrzehnte auf Elektroöfen und Induktionsplatten. – Es ist daher verständlich, dass wir uns der Magie des Feuers nicht entziehen können und es für uns wenig Befriedigenderes gibt als eine Mahlzeit, die über Flammen oder glühenden Kohlen zubereitet wurde. Das gilt natürlich auch für gartenlose Stadtbewohner, die schließlich auch nur Menschen sind. Um nun diesen armen Kreaturen zu helfen, wurde der tragbare Grill erfunden.

Nachhaltig und mit Deckel
Warum der viel besser ist als der Einweggrill aus dem Supermarkt? Weil er nachhaltiger ist, nicht zwangsläufig nach Anzündmittel stinkt und weil er, vielleicht am wichtigsten, einen Deckel hat. Der erlaubt es nämlich nicht bloß, Hendlhaxen oder Rostbraten über Höllenfeuer scharf anzubraten, sondern danach auch über gemäßigter, gleichmäßiger Hitze auf den perfekten Garpunkt zu schmoren. Selbst die gemeine Bratwurst profitiert davon, nach (oder noch besser: vor) der Röstphase sanft auf Temperatur gebracht zu werden.

Sicher, auf so einem tragbaren Grill werden keine kulinarischen Wunder vollbracht, aber man darf sich von der Größe nicht täuschen lassen: Mit Übung und guter Grillkohle ist so einiges möglich. Und es liegen
Welten zwischen gar nicht grillen und auf einem tragbaren Grill auf dem Balkon oder im Park Fleisch über der Glut garen – der Unterschied ist jedenfalls viel größer als jener zwischen dem tragbaren Grill und dem teuersten, neuesten Smoker aus den USA.

KLEIN, ABER OHO!
Der Weber-Grill macht auf dem Balkon oder Campingplatz auch an Steakabenden eine gute Figur: Im Gegensatz zum Einweggriller lässt er sich mit hochwertigen Kohlen befeuern und hat einen Deckel, der neben scharfem Anbraten auch langsames (Nach-)Garen erlaubt. Der Deckel hat zwei Lüftungslöcher, mit dem sich die Temperatur regeln lässt. In der bewährten Kugelform gibt es den tragbaren Grill natürlich auch. www.weber.at