Wissenswertes

Bio Schlägler Roggen: Saatgut für unser Bio-Ur-Roggenbrot

BROT AUS URALTEM KORN

Alte und neue Getreidesorten unterscheiden sich dadurch, dass die Körner alter Sorten meist weniger Stärke enthalten, dafür aber eine dickere Schale haben. Diese ist reich an Inhaltsstoffen und schmeckt Hefen und Bakterien – wie auch uns – besonders gut. Wer alte Sorten zu Vollkornmehl vermahlt, kann daraus einen besonders gut und lang gärenden Teig machen, der wiederum ein besonders aromatisches Brot ergibt. Genau das haben wir jetzt gemacht: Wir bauen in Kooperation mit Ja! Natürlich auf mittlerweile 100 Hektar Österreichs älteste Roggensorte an, die 1923 erstmals erwähnt wurde – in Bioqualität, versteht sich. Der Ertrag der Sorte ist niedrig, was ihr Mehl sehr teuer macht, aber die einzigartige Qualität ist es wert. Wir backen daraus ganz besonderes Brot: langsam gereift, mit besonders nussig-würzigem  Geschmack – köstlich, ursprünglich, und äußerst bekömmlich.

weitere Informationen

EINE ROGGENSORTE MIT GESCHICHTE
Der Schlägler Roggen ist die älteste im Österreichischen Zuchtbuch eingetragene Roggensorte und wird noch immer auf mehreren Hundert Hektar österreichweit angebaut. Er gehört zu den seltenen Landwirtschaftlichen Kulturpflanzen (SLK) und Hofrat Pammer züchtete den „Schlägler“ ab 1908 aus Landsorten im Raum Schlägl am Stift Schlägl. In den 50er Jahren hat der „Schlägler Roggen … mit der großen Zahl seiner Vermehrungsstellen, welche von der Saatgutgenossenschaft Arnreit aus betreut wurden, eine große Verbreitung gewonnen“ er war verbreitet bis „weithin in den Böhmerwald, in den bayrischen Wald, nach Tirol und Salzburg“ (Werneck 1950).

SORTENBESCHREIBUNG
Der Schlägler Roggen besitzt „eine mittellange, vierzeilig besetzte Ähre mit mäßig dichtem Ährenbau und ziemlich offener Kornlage. Der Halm zeigt den Charakter der typischen Landsorte, lang, fein elastisch und doch lagerfest. Die Ähren sind zur Zeit der Reife hineinnickend. Die Bestockung ist mittelstark, die Winterfestigkeit vorzüglich und die Sorte trotz der kurzen Vegetationszeit sehr frühreif. Reifezeit Ende Juli. Letztere bildet die Gewähr für die notwendige Lagerreife des Kornes für den frühzeitigen Herbstanbau im Anfang September. Das Korn ist mittellang, ziemlich kräftig und von sehr guter Mehlausbeute“ (Pammer & Ranninger 1928).

ERHALTUNGSZÜCHTUNG
Schon 1935 übernahm der damalige Direktor der Schule (DI Ammerstorfer) die Leitung des Zuchtgartens. Nach dem zweiten Weltkrieg führte der jeweilige Pflanzenbaulehrer der Landwirtschaftsschule die Erhaltungszüchtung durch. Im den letzten Jahren kümmerte sich die Wolfgang Kainz (AGES Linz, Institut für Kartoffel und pf anzengenetische Ressourcen) um den Erhalt der Sorte. Mit dem Anbau 2011 betreut nun wieder die Bioschule Schlägl die Erhaltungszüchtung des Schlägler Roggen. Im neu angelegten und biologisch bewirtschafteten Zuchtgarten wird mit der Restsaatgutmethode an der Erhaltung
und Verbesserung der Eigenschaften des Schlägler Roggen gearbeitet.

Bio-Ur-Roggenbrot
Ostern mit der Kraft des Bio-Urroggens!
Schau mal, was da blubbert!