Griffig & Glatt

Superfood

Gibt es das wirklich?
In der Küche und auf dem Esstisch ist es oft wie in der Mode oder in anderen Bereichen des Lebens: Es gibt Klassiker, die über Jahrzehnte im Wesentlichen unverändert bleiben, ab und an ins Visier von Wiederentdeckern geraten, die sagen, dass die Klassiker in Wahrheit nicht das Gelbe vom Ei sind. Und es gibt Trends. Diäten, Ernährungsformen, Meinun­gen, die für kurze oder längere Zeit überall diskutiert werden, Länge mal Breite mal Tiefe analysiert und von jenen, die ein Geschäft wittern, gepusht werden, um dann doch wieder genauso schnell zu verschwinden, wie sie gekommen sind.

Ein Trend, der sich jetzt schon ein wenig länger hält, ist Superfood. Und damit sind nicht das Blunz­ngröstl, Pizza oder ähnliche Köstlichkeiten gemeint (für sich alle natürlich super), sondern Speisen bzw. Zutaten, die mehr können, als „nur“ zu nähren. Sie sollen die Konzentrationsfähigkeit erhöhen, Krebsrisiken senken, die Körperchemie positiv beeinflussen und so weiter und so fort. Schauen wir, was dahintersteckt. Superfood Was man über Superfood wissen sollte Wenn man den Begriff googelt, wird einem von Wikipedia Folgendes angeboten: „Superfood ist ein Marketingbegriff, der Lebensmittel mit angeblichen Gesundheitsvorteilen beschreibt. Oftmals beruhen die mit bestimmten Lebensmitteln in Verbindung gebrachten positiven gesundheitlichen Wirkungen auf tatsächlich wissenschaftlich erwiesenen Zusam­menhängen. Allerdings ist es fraglich, wie sich solche wissenschaftlichen Erkenntnisse, die unter Laborbedingungen, mit Tierversuchen oder unter Verabreichung sehr hoher Dosen erlangt wurden, auf echte Ernährungsweisen übertragen lassen.“ (https:// de.wikipedia.org/wiki/Superfood) Damit ist einiges gesagt. Und gleichzeitig auch überhaupt gar nichts. Der Verweis auf wissenschaftliche Studien, die zu verschiedenen Erkenntnissen führen und sich unter anderen, alltagsnahen Bedingungen schwer reproduzieren lassen, erzeugt Frust, der sich auch auf anderen Gebieten der Lebensmittelforschung zeigt. Menschen unterscheiden sich nun mal stark voneinander und das gilt umso mehr beim komplexen System der Verdauung. Kleinste Unterschiede in der Ernährung können enorme Auswirkungen auf das Wohlbefinden oder auch das Gewicht haben, aber es kann Jahre dauern, zu erforschen, was wirklich Sache ist. Effekte unterschiedlicher Ernährung können kombiniert Auswirkungen verstärken oder abschwächen, dasselbe Lebensmittel auf verschiedene Arten zubereitet kann zu komplett unterschiedlichen Ergebnissen führen. Business as usual, wenn man ein wenig Einblick in die Materie hat.

 

Wie es mit Begriffen, die von den Medien transpor­tiert werden, oft passiert, werden sogar vollkommen „normale“ Lebensmittel schnell zum Superfood erklärt, weil man sich dadurch Umsatzsteigerungen erhofft, selbst wenn die beschriebenen Lebensmittel eigentlich „nur“ normal gesund sind. Problematisch daran ist einerseits, dass dadurch Nahrungsmittel, die dann kein Superfood-Label tragen, auf einmal entwertet werden, obwohl sie sich natürlich gar nicht geändert haben. Andererseits bekommen häufig exotische Beeren oder Getreidearten, die in Öster­reich oder Europa nicht heimisch sind, schnell das Label des besonders Tollen verliehen. Dabei ist es nicht notwendig, auf der Suche nach dem Besonderen weit in die Ferne zu schweifen, denn auch wenn ein Lebensmittel Superfood genannt wird, gilt dasselbe wie auch bei allen anderen Speisen: Die Herkunft, die Art der Produktion und die dazugehörigen Transport­wege gehören zum Gesamtpaket dazu und bewusste Ernährung sollte nicht erst beim Verzehr anfangen, sondern in Wahrheit auch die Auseinandersetzung mit der Quelle beinhalten. Heimisches Superfood So, genug der kritischen Perspektive. An Superfood ist nämlich durchaus etwas dran, wenn man insgesamt auf eine ausgeglichene Ernährung schaut und es mit der Dosierung nicht übertreibt. Die heimische Pflan­zenwelt bietet einige Möglichkeiten, erste Schritte in Sachen Superfood zu setzen, so zum Beispiel Heidel­beeren: Die roten und blauen Farbstoffe direkt unter der Haut sind voll mit Antioxidantien, die unseren Körper vor freien Radikalen schützen. Freie Radikale sind unter anderem verantwortlich für die Entstehung von Krebs, sie unterbinden Enzyme und die Bildung von körpereigenem Eiweiß, das heißt, sie können im menschlichen Körper eine ganze Menge Schaden anrichten. Somit sind Heidelbeeren nicht nur eine wahre Gaumenfreude, sondern sie helfen auch, den Körper fit zu halten. Zwischen Juli und September ist die Heidelbeere in Österreich reif, man kann sie auch im eigenen Garten anbauen. 

Eine weitere Speise, die bei uns eigentlich alltäg­lich ist, aber wahre Superkräfte in sich trägt, ist die Haferflocke bzw. Hafer. Haferflocken enthalten viele Ballaststoffe, die sich positiv auf die Verdauung auswirken, helfen dabei, den Cholesterinspiegel im Griff zu halten, und haben außerdem einen hohen Gehalt an Magnesium und Eisen, sind daher unter anderem auch bei Sporttreibenden sehr beliebt. Man kann sie klassisch im Müsli essen oder auch als Suppeneinlage, zum Beispiel in einer Miso- oder Tomatensuppe können sie geschmacklich auch ein wahres Feuerwerk zünden. Haferflocken gibt es in Österreich auch aus biologischem Anbau, zum Beispiel Ja! Natürlich Bio-Vollkorn-Haferflocken, die nach der Ernte mit Dampf und somit besonders schonend behandelt werden, damit auch ja alle Mineral- und Nährstoffe erhalten bleiben. Die Ja! Natürlich Haferflo­cken werden ohne chemisch-synthetische Spritz- und Düngemittel angebaut, natürlich gentechnikfrei. In der Steiermark weiß man um die Wirkung von Kürbiskernen schon lange Bescheid. Diese kleinen Wunderdinge schmecken und wirken nicht nur als Öl hervorragend, sondern sorgen auch bei Salaten oder Gebäck für eine besondere nussige Note. Auch die Kürbiskerne enthalten viele Ballaststoffe, sind voll Vitamin E (hebt das allgemeine Wohlbefinden!) und liefern dem Körper ungesättigte Fettsäuren. Das sind die guten Fettsäuren, die auch dazu beitragen, den Cholesteringehalt des Körpers in geregelten Bahnen zu halten. Kürbiskernprodukte gibt es in Hülle und Fülle. Die Bio-Kürbiskerne von Ja! Natürlich stechen nicht nur aufgrund ihrer österreichischen Herkunft heraus, sondern sind auch geschmacklich zu empfehlen.

Sie werden sanft geröstet, wodurch sich das besondere Aroma der Kerne erst so richtig entfaltet. Auf heimischen Feldern findet man ein weiteres hochwertiges Nahrungsmittel: den Leinsamen. Die Körner sind recht klein, eignen sich ähnlich wie Kürbis­kerne zum Abrunden von Salaten oder von Gebäck und lassen sich hervorragend zum Verfeinern von Müsli verwenden. Um auf den Geschmack zu kommen, kann man auch Folgendes probieren: Die Körner frisch mahlen, in Wasser einlegen, bis sie eine geleeartige Konsistenz angenommen haben (am besten klappt das mit einem EL Körner und drei EL Wasser), und im Anschluss wie ein Ei weiterverarbeiten. Mit dem hohen Gehalt an Omega-3-Fettsäuren (die gibt es zum Beispiel auch in Lachs, aber beim Lachs muss man bekanntlich sehr gut aufpassen, wo er herkommt) und den vielen Ballaststoffen helfen Leinsamen, die Körperchemie in Balance zu halten. Auch hier bietet Ja! Natürlich mit der Bio-Leinsaat aus österreichischem Anbau das passende Produkt an, das Gewissen und Körper glücklich macht. Superfood, ja schon, aber… Und was bietet sich jetzt als Conclusio an? Super­food gibt es und gibt es nicht. Jeder muss seine eigene Balance finden und herausfinden, was ihm guttut. Denn das Prinzip von Paracelsus gilt: Auf die Dosis sollte man achten. Wie mit allen anderen Lebensmit­teln und Ernährungsformen heißt es auch hier, sich ausgewogen zu ernähren, auf den eigenen Körper zu hören und darauf zu achten, wie sich diverse Speisen auswirken, und vor allem nicht nach zu kurzer Zeit Schlüsse zu ziehen. Superfood kann in der richtigen Menge, in der richtigen Kombination und bei der richtigen Ausgangslage dabei helfen, gesünder und zufriedener zu leben.

Diese Lebensmittel sind aber keine Wunderwuzzis, die Schäden, die aufgrund „falscher“ Ernährung entstanden sind, von heute auf morgen reparieren. Wenn man sich mit ihnen beschäftigt, sich anschaut, was sie können, wo sie herkommen, dann ist auf jeden Fall schon mal ein großer Schritt getan, denn das heißt, dass einem Ernährung nicht egal ist und dass man versucht, bewusst zu schauen, was man so zu sich nimmt. Wenn Superfood der Anstoß ist, damit anzufangen, dann ist das super. Mehr zum Thema: janatuerlich.at

Text: Michael Knoll Fotografie: Lukas Lorenz